Zwei erste Durchläufe

Es ist still gewesen. Nicht nur dieses Silvester war verhältnismäßig ruhig, sondern auch in der Blogredaktion war man in letzte Zeit eher schweigsam. Nun wollen die letzten Wochen mal Revue passieren lassen und euch an dem Ganzen teilhaben lassen. Wir präsentieren: 2 Erste Durchläufe, die am 29.11 und kurz vor Weihnachten, am 22.12, stattfanden, wie inzwischen alle unsere Proben unter 2Gplus-Regel.

Man merkt schnell - Mathematiker sind keine unter uns, denn es kann nicht zweimal etwas als erstes passieren. Außer man ist bei tollMut, da geht alles und wir verkaufen die erste Durchlaufprobe einfach als Durchstellprobe. Problem gelöst. Ihr erinnert euch vielleicht noch an die Berichterstattung und an das große Wunder, dass alle ihren Text bei der ersten Probe konnten. Nun, das kann von Durchlaufprobe 1 (pardon, Durchstellprobe) nicht behauptet werden, aber zum Glück musste niemand sich wie Cersei Lannister fühlen, die von Schande-Geläuten durch die Stadt getrieben wird. Wenn so früh im Prozess der Text noch nicht zu 100% sitzt, ist das schon in Ordnung. Dafür tat unser Regisseur Dave etwas eher Unübliches: Er erlaubte Textbücher auf der Bühne. Getippt klingt das ganze wenig aufregend, aber ich sage euch: Die BILD hätte das auch als Schlagzeile verwenden können!

"Drama in Siegen: Skandal-Regisseur Dave Penndorf (21) erlaubt Textbücher auf der Bühne"

Jedenfalls ging die Probe ganz gut über die Bühne, auch wenn wir da ja noch ganz am Anfang standen: Kein Bühnenbild, keine  Kostüme, nur Frauen, Tobias und viele nachlässig zusammengetackerte Textseiten! Spaß gemacht hat das Ganze trotzdem und im Anschluss wurden sich artig die fehlenden Notizen aus den Händen der Regieassistenz gemopst. Dadurch, dass alle ihren Text parat hatten, waren wir auch sehr schnell durch. Also wirklich schnell, zumal das Wort Durchlauf ernst genommen wurde und es nicht in endlosen Basteleien endete, die am Ende eh niemand versteht, nur um bei der nächsten Probe wieder zum Leidwesen der Regieassistenz über den Haufen geworfen zu werden - die schreiben sich wirklich die Finger wund. Im Anschluss wurde dann die Probenplanung revolutioniert, der Termin für die offziellere Durchlaufprobe vereinbart und es ging nach Haus. Oder Pizzaessen. Ich erinnere mich nicht mehr.

Für die offizielle Durchlaufprobe mussten wir die Location, ins LYZ, wechseln, da unsere geliebte Bruchwerkbühne nicht zur Verfügung stand. Es war alles ein wenig enger- weil die Bühne nicht so tief ist, aber wir sind froh und danken den lieben Verantwortlichen dort, dass wir die Bühne nutzen konnten. Es herrschte reges Treiben und soviele Menschlein waren noch bei keiner Probe der KiD zugegen. Es war nicht nur das Ensemble da (vollständig!), sondern auch viele Regieassis und Kostümis - wie sie liebevoll genannt werden. Am Bühnenbild wird zwar schon fleißig gewerkelt, aber im LYZ musste sich mit etwas gestauchten auf den Boden geklebten Markierungen begnügt werden. Auch die Inneneinrichtung ist noch etwas spartanisch - oder auch studierendenfreundlich - gewesen. Mehrzweck und günstig ist modern.

Was sich hingegen wirklich blicken ließ und sehen lassen konnte, sind die Kostüme, jedenfalls die Teile, die schon da waren…

Auch bei dieser Probe trat das Phänomen auf, dass man plötzlich so gar nicht mehr weiß, wo man eigentlich stehen soll, obwohl das in den letzten Proben doch noch geklappt hat (Jaja). Oder man musste plötzlich noch Apperieren lernen, um in einer Sekunde auf die andere Seite der Bühne zu kommen.  Auch kleinere Texthänger gab es wohl, aber das können wir verkraften.  Ich wünschte wirklich, ich könnte euch mehr dazu erzählen, aber ich möchte diesen zweiten (oder ersten) Durchlauf mit den Worten einer Darstellerin zusammenfassen, die es treffender formuliert hat, als ich jemals könnte: „Wir haben halt den Durchlauf durchgemacht.“