Lustige Vögel #5 - David Becker

Halbzeit in unserer kleinen, feinen Vorstellungsreihe und heute sogar nochmal bevor ihr alle selig schlummernd ins Reich der Träume wandert. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Und wir brauchen ja schließlich auch wieder etwas mehr Schlaf, wollen ja nicht bei der Premiere wie Zombies mit blutunterlaufenen Augen die ganze Besucherschar abschrecken.

Nein, viel lieber wollen wir die Massen ja anlocken, gibt ja durchaus einiges zu sehen bei uns für das es sich lohnt vorbeizukommen. Die stetig wachsende Schar der Mitwirkenden bei uns ist doch Beweis genug, denn ständig wird hier aus einem Fünkchen Interesse wachsende Begeisterung.

Ähnlich geschehen auch bei dem neusten Neuzugang für die Theaterwelt, David JonaDAB Becker. Fünftausend Stücke hatte er sich schon angeschaut, aber selber spielen war für ihn lange Zeit völlig uninteressant, bis eines Tages er Wind bekam von unseren Workshops und von den Sachen die dort so geschehen. Ungeahnte Dinge, unaussprechliche Erfahrungen, davon wurde ihm berichtet und endlich keimte auch in ihm die Überzeugung, dass dies etwas sein könnte, was er sich vielleicht nicht entgehen lassen sollte und seine Neugier ließ sich nicht mehr zügeln. Und wie das so oft ist: Nach unzähligen besuchten Workshops, war dann auch für ihn endlich die Zeit reif zum Casting zu gehen um seine Talente unter Beweis zu stellen. Und zack, bekam er auch direkt seine erste Rolle. In unserem Haus am See spielt er jetzt den Schriftsteller Boris Alexejewitsch Trigorin, der mit sich und seiner Arbeit durchweg unzufrieden ist und viel lieber stundenlang angeln geht. Oder surfen? Ach keine Ahnung, ich komme immer durcheinander mit den ganzen Wassersportarten. Aber das dürft ihr ab Freitag dann ja gern selbst herausfinden.
Wir sind jetzt erstmal nur daran interessiert, so viele Geheimnisse wie möglich aus unserem Debütanten herauszumelken. Das ist schließlich immer das Spannendste, wenn jemand ganz neu zu uns stößt. Allerdings trifft unsere Quälerei aka Fragebogen bei David bloß auf stoische Gelassenheit. Denn, während der Großteil unserer schauspielbegeisterten Meute die Blogredaktion regelmäßig verflucht, wenn wir für unsere Enthüllungsreports mal wieder ganz intime Fragen stellen, konnte David davon gar nicht genug bekommen und hätte am liebsten stundenlang all seine Macken und Eigenarten aufgezählt. Den musste man regelrecht bremsen, sonst würde ich mir ja nach der Derniere noch die Finger wund schreiben. Wollen ja auch mal irgendwann zu einem Ende kommen, nicht wahr?
Die Aufmerksamkeit jedenfalls, mit der er all diese Fragen gelesen und beantwortet hat, lässt in seinem Alltag sonst eher zu wünschen übrig. Da driftet er gern mal ab in seine eigene Welt, beziehungsweise in die Untiefen seines Smartphones und das sogar, wenn sein Gegenüber sich eigentlich noch mitten im Gespräch mit ihm befindet. Aber wenn das Thema dem jungen Herrn nunmal zu uninteressant ist, kann er seinen Fokus einfach nicht dort behalten. Seine Zeit ist schließlich wertvoll und knapp bemessen, da muss man seine Prioritäten schonmal klar setzen.
Dabei kann er durchaus auch ganz anders sein und den eindringlichsten Blickkontakt halten, den man sich vorstellen kann. Denn eigentlich sind ihm seine Mitmenschen sogar sehr wichtig und gerne möchte er schon beim ersten Kennenlernen die geheimsten Geheimnisse seines Gegenübers erfahren. Für manche kann das sehr intensiv sein, wie mir zugetragen wurde, aber die ultralangen Umarmungen, die er dafür überall verteilt, geben dafür ungeahnte Energie. Wer es nicht glaubt, kann gern nach der Vorstellung mal bei ihm anfragen. Umarmen tut er gerne, da werdet auch ihr sicherlich nicht zu kurz kommen.

Auf der Bühne wird sich seine körperliche Zuneigung zu den anderen Charakteren nochmal ganz anders äußern. Oh ja, es bleibt spannend, lasst euch überraschen. Am Freitag ist es schon soweit!