Lustige Vögel #6 - Pierre Stoltenfeldt

Huiuiui, hier geht’s rund im Blog und obwohl für unsere Darsteller*innen heute endlich der erste probenfreie Tag seit Monaten ansteht, dürfen wir vom Blog uns diese Auszeit leider nicht gönnen, sondern schreiben fleißig weiter. Wir wollen unsere treuen Leser*innen ja nur ungern enttäuschen. Ist uns doch klar, dass ihr euch alle weiterhin die Finger schleckt nach brisanten Insiderinfos und Skandalen, die hier in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Und da wollen wir unsere Pflicht nicht schuldig bleiben, sondern euch ganz schnell runterzerren von den glühenden Kohlen, auf denen ihr sitzt, damit ihr komplett entspannt unsere Anekdoten lesen könnt und euch nicht bald ein verbrannter Hintern am Zuschauen unseres Stückes hindert. Das wäre schließlich wirklich fatal.

Daher wollen wir gar nicht lang um den heißen Brei herumreden, sondern öffnen direkt den Vorhang für den nächsten Darsteller in unserer Reihe. Begrüßt mit uns Pierre Stoltenfeldt aka Jewgenij Sergejewitsch Dorn! Den meisten unter euch vermutlich nicht gänzlich unbekannt aus etlichen anderen tollMut-Stücken. All diese Stücke hier zu nennen, würde jetzt allerdings den Rahmen sprengen, und da ihr dann außerdem direkt aufhören würdet, diesen unfassbar informativen Bericht zu lesen und nur noch in wunderschönen Erinnerungen schwelgen würdet, lassen wir das am besten direkt mal bleiben. Das wäre ja nun wirklich nicht Sinn und Zweck der Sache.
Lieber stellen wir euch direkt den lieben Dr. Dorn vor, den „einzigen, ordentlichen Geburtshelfer im gesamten Umland“. Ja, natürlich hat er sich diesen Titel selbst verpasst, aber wir urteilen hier ja nicht, wir berichten nur. Pierre selbst fasst seinen Charakter noch viel eingängiger zusammen und nennt uns als Beschreibung nur „Schlager, Schlampe, Schampus“. Erklären können und wollen wir das gar nicht, macht daraus, was immer euch gefällt, lasst eurer Phantasie freien Lauf und strengt eure grauen Zellen mal an, die wollen ja auch nicht einrosten. Tja, was gibt es sonst noch zu sagen zum guten Dorn? Dass er schrecklich gern singt, sollte vielleicht noch erwähnt werden; die Betonung liegt hier aber auf schrecklich. Ob das nun an Dorn liegt oder an Pierre, wer weiß das schon. Interpretationssache. Künstlerischer Freiraum.
Aber genug zu Dorn, den könnt ihr ja noch oft genug auf der Bühne bewundern. Der liebe Pierre ist doch jetzt viel interessanter. Vor allem natürlich all seine kuriosen Erlebnisse, von denen er uns immer wieder gern berichtet. Die Sache mit dem Telefonsex haben aufmerksame Leser*innen ja gewiss schon mitbekommen, aber hier hört es natürlich nicht auf. Der Mann haut eine pompöse Geschichte nach der anderen heraus, da darf man keinen Augenblick unaufmerksam sein. Sonst verpasst man solche Schmankerl wie seine Erinnerung an das eine Mal, als er sich im Zug einnässte. obwohl er dem Kindesalter schon lange entwachsen war. Tja, Sachen gibt’s. Wir geben die Schuld an diesem Malheur einfach mal der Deutschen Bahn, die es schlichtweg nicht schafft, funktionierende Toiletten in ihren Transportmitteln zu verbauen. Unverschämtheit! Da war der Junge kurzzeitig so traumatisiert, dass er sich nicht mal mehr eine ordentliche Ausrede einfallen lassen konnte und, an seinem Zielort angekommen, kurzerhand unter Tränen die Wahrheit gestand.
Aber wir finden: Das kann doch wirklich jedem Mal passieren, denn was raus muss, muss raus. Egal, was es ist. Auch Geheimnisse, übrigens. Die kann Pierre nämlich leider auch nie für sich behalten und plappert direkt alles aus, ganz egal, ob nun die Oma gegenüber im Hühnerstall Motorrad fährt oder der Nachbar des Nachts Tea-Parties mit seinen Kuscheltieren veranstaltet. Alles muss raus, wie beim Sonderschlussverkauf. Nehmt das als Warnung, falls ihr je auf die Idee kommen solltet, euch diesem charmanten Kerl anzuvertrauen. Geheimnisse wahren liegt einfach nicht in seinem Naturell.
Finden wir aber gar nicht so schlimm, können wir hier in der Blogredaktion ja schließlich auch nicht, wäre ja auch viel zu langweilig, nicht wahr?
Nun aber schnell mal noch was Positives ans Licht zerren, wir wollen den Süßen ja nicht komplett hier vergraulen. Denn schließlich fühlt er sich bei uns eigentlich super wohl und will Siegen (und damit das Theater) vor allem deshalb nicht verlassen, weil ihn dort so viele Menschen halten. Das ist schon süß, oder? Alles Anzeichen eines wahren Philanthropen. Wir hoffen, dass dies noch lange so bleibt und freuen uns, ihn immer, immer wieder bei uns auf der Bühne zu sehen!