Lustige Vögel #8 - Andrés Garcia Diaz

Morgen, Kinder, wird's was geben. "Was denn?", fragt da inzwischen hoffentlich keiner mehr und hofft auch nicht mit wässrigen Augen auf einen Satz neuer McDonald's-Gutscheine. Die Spatzen (wir) pfeifen es ja nicht umsonst in Dauerbeschallung von sämtlichen Dächern Siegens: Morgen schon werden die ganzen verrückten Vögel, deren Innereien wir euch hier in bestem literarischen Aspik servierten, auf der Bühne stehen und „Asa asa“ zwitschern. Sollte man sie nicht abschießen.

Ja, zugegeben, das ist jetzt alles etwas metaphorisch verklärt formuliert, aber wir haben hier auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Muss man eben lernen, zwischen diesen ungeheuer tiefgründigen Zeilen zu lesen. Wer weiß? Vielleicht ist dieses „Asa asa“ ja die neue Form, nach der sich Nachwuchsliterat Konstantin „Kostja“ Gawrilowitsch Trepljow in Tschechows "Die Möwe" sehnt, bei uns zum Leben erweckt von keinem geringeren als Andrés Garcia Diaz.

Da wir hier aber einen Qualitätsblog betreiben, wollen wir euch nicht länger mit ermattenden Fragen aus der Sphäre der Philosophie belästigen, sondern die Blüte eures Geistes lieber mit Fakten über Andrés bestäuben. Den einsamen, stets bemühten und hoffnungsvollen Andrés.

Das sagt er zumindest über Kostja. Und da er sich (Zitat:) „leider“ mit seiner Rolle bestens identifizieren kann, trifft diese Beschreibung wohl auch auf ihn zu. Unsere Rückschlüsse können wir ziehen, wie wir lustig sind, wir gießen schließlich schon seit Monaten die saftigen Reben der Information und müssen nun aus alledem die Wahrheit herausdestillieren, vor allem, wenn die Damen und Herren Darstellende sich weigern, uns freiwillig mit betörenden Informationen zu beliefern. So wie Andrés seit Jahren, wenn man ihm einen Fragebogen zusendet und man dieselben Antworten erhält wie von einem desinteressierten Teenager bei WhatsApp: "Ja", "Ne" und "Lol".

Dieses Mal jedoch haben wir die Daumenschrauben etwas fester gezogen und siehe da, wir wurden nicht enttäuscht, es sind tatsächlich spannende Auskünfte aus den Schmerzensschreien zu decodieren gewesen. 

Wir hatten ja vor gefühlter Ewigkeit schon einmal von Andrés Putzfimmel berichtet. Dass es im Bruchwerk zwischenzeitlich aussah wie bei Hempels unterm Sofa, lag, jetzt können wir es gestehen, primär daran, dass der Meister Proper Garcia Diaz für ein Praktikum in den Norden verreist war. Damit ist nun Schluss, nun blitzt es wieder und blinkt. Aber weiter zum eigentlichen Kern: Da ein Putzwahn ein erstes Anzeichen chronischen Perfektionismus ist, passt das folgende Geständnis aus seinem Munde einfach nur wie die Möwe auf die Schulter:

Sollte jemand jemals in den Genuss kommen, mit dem Schwarm aller Einsamen Netflix & Chill zu praktizieren, wird man feststellen müssen, dass es vor lauter Netflix zum Chill gar nicht erst kommt. Ja, das macht erstens betroffen und wirft zweitens Fragen auf: Ist es, weil er dabei lieb einschläft? Ist es, weil sein Serien- und Filmgenuss so erlesen ist, dass man nicht wegschauen kann und will? Nein! Peniblus Maximus besteht darauf, dass die Lautstärke eine gerade Zahl beträgt. 

Ist das Ziel erreicht, wird die Fernbedienung zunächst weggelegt und der Besuch rutscht näher, fromm hoffend: „Gleich geschieht’s! Gleich geht's rund! Gleich läuft 'Hör mal, wer da hämmert' bei den Nachbarn“, nur um enttäuscht feststellen zu müssen, dass die Steuereinheit des Fernsehgeräts auf zauberhafte Art und Weise schon wieder in den eiskalten Griff des Liebhabers der geraden Lautstärkezahlen gefunden hat, um weiterhin daran und nicht am Besuch herumzuspielen. 

Darum ein treuer Ratschlag von wahren Philanthropen: Das Einzige, was die Situation hier noch retten könnte, ist, selbst die Kontrolle zu übernehmen. Fernbedienung stehlen, Fernseher ausmachen und die Fernbedienung aus dem Fenster werfen. Dankt uns später, wenn ihr "Garcia Diaz" mit Nachnamen heißt.

Das ist allerdings noch nicht alles, was wir über unseren Charmeur preisgeben können. Ob man’s glaubt oder nicht, der werte Herr ist in seinem Herzen immer noch ein kleiner Junge, der gerne zockt. Naja, Videospiele sprechen viele Leute jedweden Alters an, das macht einen noch lange nicht besonders. Doch wenn man weiter gräbt, stößt man auf kryptische Decknamen wie "Zitronendrops". 

Was es wohl damit auf sich hat? Was verheimlicht der Gute vor uns? Um das rauszufinden, müsst ihr wohl mit Zitronenbonbons ankommen und sie ihm zuwerfen. Vielleicht spuckt er es dann ja aus. Also, die Information, nicht das Bonbon. Ihr könnt allerdings auch den bequemeren Weg wählen und einfach die anderen Nerds aus der tollMut-Truppe fragen, vielleicht können die euch einige brandheiße Informationen liefern. Nach dem dritten Bier behält da sowieso keiner irgendwas bei sich. 

Was wir auch nüchtern nicht bei uns behalten können, ist unsere riesige Vorfreude auf die Premiere morgen, bei der unser heimgekehrtes Ex-Nordlicht endlich wieder auf einer von ihm selbst gewienerten, geschrubbten und mehrfach hochdruckdampfgereinigten Bühne im Siegerland stehen wird!