Lustige Vögel #9 - Nika Zh

Asa Asa! Wenn es diese Worte nicht in Nika Zhs Blogvorstellung geschafft hätten, wäre unsere Möwe sicher bissig geworden vor lauter verdientem Vogelzorn. Natürlich halten wir uns kein echtes Federvieh im Bruchwerk Theater, sondern meinen Nika, die in "Die Möwe" den titelgebenden Seevogel tänzerisch darstellt. Auf diese ist der Ausruf möwenreicher Poesie, mit dem wir euch seit einer Woche quälen, nämlich zurückzuführen und der schallt an so einem Probentag gut und gerne siebzig Mal durchs Theater. Method Acting, schön und gut, aber wir können es nicht mehr hören. Und so manch einer würde auch gern mal sein Fischbrötchen in Ruhe verspeisen, ohne, dass Frau Zh sich von der Decke abseilt und es mit spitzen Lippen aus den Fingern des Hungrigen stibitzt. Aber was soll's. Ist ja bald vorbei.

Übrigens: Nika Zh, klingelt das was? Unter den alten tollMut-Hasen und Liebhabern sollte es klingeln, denn Nika steht schon das dritte Mal für uns auf der Bühne. Angefangen mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ und dem vergangenen Sommerprojekt „Yvonne" steht sie dieses Mal mehr oder weniger freiwillig auf unserer kiesüberschütteten Bühne, wie man ihrem Leidensbericht in unserem Qualitätsblog entnehmen kann. Das Wichtigste zuerst: Ja, Nika hat die Probenzeit tatsächlich irgendwie überlebt und wir mussten niemandem erzählen, dass Nika "auf einer Auslandsreise entführt worden ist" und es wurde auch niemand anderes zum Tanzen verdonnert. Schade. Den Penndorf hätten wir schon gern in Turnschläppchen Pirouetten drehen sehen. Höchstens Nikas Knie sehen etwas tot aus, seitden wir auf Kies proben. Aber wer braucht schon Knie, wenn man stattdessen Ruhm und Ehre haben kann?

Letztlich sind wir aber froh, dass der Rest von Nika noch halbwegs funktionsfähig ist. Wäre schwierig geworden, da Ersatz zu finden. Habt ihr euch den Quatsch mal abgesehen, den die Arme da machen muss? Der Durchschnittsbürger bräuchte schon nach dem Warm-up ein Sauerstoffzelt. Noch nicht gesehen? Ja dann mal los. Aber seien wir ehrlich: Wer wäre nicht am Ende, wenn er monatelang schuftet und rackert und trainiert für eine Rolle, die dann im Stück sogar unsere Clara, ehemalige Yvonne, an Text übertrifft. Mehr als „Pause“ hat Nika im Stück nämlich nicht zu melden (war das jetzt ein Spoiler?), aber dafür liefert sie eine echt klasse Performance, die ihr euch sicher nicht entgehen lassen solltet. 

Nun wollen wir euch die Gute aber auch noch etwas näher vorstellen und dabei irgendwie ein paar neue Infos herausquetschen, denn die kennt das Ganze "Kannst du mal eben paar Fragen beantworten?“-Folterprogramm schon und es wäre ja langweilig, wenn nichts Neues dabei rauskommt. Als Kollegin hier im Qualitätsblog weiß sie aber auch, was wir hier schon alles ans Licht gebracht haben, ohne das irgendjemand weiß, wie. Da stehen einem die Haare zu Berge oder die Federn vom Gefieder ab oder man möchte sich alle Federn rausrupfen nur um dann wie ein Möwenküken in der Mauser auszusehen. Ihre Rolle beschreibt sie selbst als „weiß, fedrig und schnabelig" und kann sich auch bestens damit identifizieren, denn sich selbst beschreibt sie mit den Worten:  „Ja, ich bin schon komischer Vogel“. Eher wortkarg auf dem Papier, aber immer für einen Spaß im Bruchwerk gut und meistens mit etwas Essbarem (gestohlen!) anzutreffen, leidet die Gute nicht schon genug unter dem ganzen Training, sondern wird auch noch unfreiwillig Zeugin, wie die Schauspielkollegen sich vor versammelter Mannschaft im Adamskostüm präsentieren, um ein Kostümteil anzuprobieren. „Meine christlichen Augen!“, schallt es dann und wir im Blog reiben uns die Hände, weil uns endlich etwas geboten wird, was wir aufschreiben können. 

Flaschenettiketen abknibbeln, sobald sie die Flasche in der Hand hat? Ebenfalls eine ihrer seltsamen Eigenarten und eine Warnung an alle armen Studenten unter euch. Gebt ihr also keine Pfadflaschen in die Hand, das ist schließlich bares Geld. Es könnte auch sein, dass sie euch ebendiese an den Kopf wirft, weil ihr danach ist und ihr dann mit Schädelhirntrauma in die nächste Notaufnahme dürft. Und nein. Ne Meise haben und ein Schädelhirntrauma sind nicht das gleiche. 

Unsere liebe Nika hat auch ihre Geheimnisse, die sie klugerweise nicht verrät, weil es dann keine Geheimnisse wären und neben „Asa Asa!“ (wir haben sie trotzdem lieb) noch weitere nervige Angewohnheiten, die anderen so richtig gegen den Strich gehen. Die weiß sie aber nicht und ihre Freunde verraten sie ihr auch nicht, weil sie, so Nika, Angst vor der Rache haben. Vielleicht ist Nika ja in Wahrheit gar keine Möwe, sondern ein in die Realität entschlüpfter „Black Swan" und es ist gut, wenn manche Dinge einfach unentdeckt und unausgesprochen bleiben. 

Liebe Fans und Freunde, vielleicht findet ihr ja etwas heraus, das sich als brauchbarer Fakt nutzen lässt. Lasst uns das Ganze gerne zukommen, wir brauchen hier immer Nachschub. Wir haben übrigens nachgefragt : Nika kommt auch im April wieder zum nächsten Casting, weil sie, ganz in tollMut-Manier, „keine anderen Hobbies" hat. 

Also Nika, wir freuen uns und für alle anderen gilt:

Tragt euch die Spieltermine in den Kalender ein. Ob old-school auf Papier oder im technischen Gerät eures Vertrauens, Hauptsache ihr denkt dran und kommt!

Wir sehen uns und bis dahin: Asa Asa!