Royal Babies #3 - Sandra Marras

Baldrian einwerfen und anschnallen, bei den Whistleblowern des Boulevardblogs jagt ein Enthüllungsbericht den anderen. Wer wird uns heute zum Opfer fallen?

Für alle Leser*innen, die vor lauter Sensationslust Unwichtigkeiten wie den Titel eines Artikels überspringen: die Antwort ist Sandra Marras in der Rolle einer engstirnigen, gemeinen und widerlichen Tante (ich zitiere, das hat sie selbst so gesagt, größtenteils jedenfalls). Gott sei Dank hat die grundgute Sandra mit jener garstigen Tante aber nur eines gemeinsam: Erst reden, dann denken. Eine Eigenschaft, bei der alles ziemlich schnell in die Haremshose gehen kann. Bei der Tante zumindest. Bei Sandra ist es bis jetzt leider nicht negativ aufgefallen, obwohl wir von der Redaktion gespitzte Bleistifte und den Diddl-Schreibblock stets griffbereit halten. Wir werden das Thema aber noch weitererforschen, vielleicht haben wir ja Glück und sie tritt noch vor unseren Adleraugen in ein Fettnäpfchen, passiert ihr sonst angeblich täglich.

Von ihrem Faible für verbale Fehltritte einmal abgesehen, ist die Sandra aber eigentlich ganz in Ordnung (Siegerländer Kompliment). Auf der Suche nach theatralischen Herausforderungen wurde sie am Anfang des Jahres von uns in einem Workshop mit tollMut angesteckt. Als sie vom Casting hörte, ist sie sofort losgesprintet und hat mit einer gesunden Aufregung ihr Gedicht nahezu fehlerfrei vorgetragen. Und dann ist sie bei Yvonne gelandet - Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Aber genug vom Ordinären und Langweiligen, nun kommen endlich die kuriosen Fakten, wir sind hier ja schließlich nicht bei der Apothekenrundschau: Sandra hasst Leere. Keine philosophische, sondern eine reale Leere. Ein Raum ohne Nippes kann da schnell zu einem mittelschweren Nervenzusammenbruch führen, weshalb ihre Wohnung auch stets mit farbenfrohen Kleinigkeiten ausgestattet ist. Ob wir einen Tritt in den Fettnapf provozieren können, indem wir das Bruchwerk leerräumen? Wir werden es herausfinden, verehrte Elendstouristen, wir scheuen keine Muskelanstrengung, um hier zu liefern!

Und was ist dem Nippes das Kronjuwel? Richtig: Kerzen. Sandras Wohnung, die wir uns nach dem Interview vorstellen, als sei ein amerikanischer Marschflugkörper in einem Wühltisch mitten im Sommerschlussverkauf bei Action hochgegangen, ist auch noch mit einem Haufen Kerzen ausgeleuchtet! Wie im Mittelalter! Warum, fragt ihr euch? Weil die gute Sandra nämlich kein elektrisches Licht mag, natürlich. Ist aber auch vollkommen verständlich, das Ambiente ist ja auch viel gemütlicher und knisternder als mit elektrischem Licht. Aber für Notfälle hat sie immer noch Decken- und Stehlampen, darum können auch solche Besucher, denen flackernde Kerzen zu unheimlich sind, im Hause Marras überleben. Außer es verbrennt vorher.

Freut euch mit uns darauf, wenn Sandra nächste Woche nicht im Kerzen-, sondern Rampenlicht steht und bringt ihr vielleicht ein bisschen Krimskrams als Premierenpräsent mit. Nicht, dass die Tante noch böse wird!