Royal Babies #6 - Peter N. Ewert

Kinder, was tut man nicht alles für die Kunst! Als Blogredakteurin schreibt man sich so kurz vor der Premiere wirklich die Finger wund, schließlich wollen (?) ja alle Zuckerschnuten im Ensemble rechtzeitig präsentiert werden, bevor man sie auf die Bühne scheucht. Und neun Personen sind doch eine ganze Menge Schreibanlässe, aber ehrlich! Nächstes Mal vielleicht besser mal ne 1-Mann-Show, hm? Dave? Obwohl, je nachdem wie ihr den Begriff definiert, haben wir das ja sogar dieses Mal schon, gibt schließlich nur einen einzigen männlichen Darsteller bei „Yvonne“. Ist euch im reizenden Brautkleid gar nicht so aufgefallen, wie? Na, dann wird’s aber Zeit, dass wir ihn mal ins Rampenlicht rücken und von allen Seiten beleuchten. Vorhang auf für Peter N. Ewert!!

 

Wie? Der kommt euch total bekannt vor? Na kein Wunder! Zum einen kennt Peter tatsächlich jeden einzelnen Menschen, der so durch Siegen streift, also vermutlich auch euch. Und außerdemet stand er noch im April, gelb bepinselt doch kahl rasiert, auf unserer Bühne und gab sich der Kokainsucht hin. Und jetzt hat es ihn wohl so richtig gepackt (das Theaterspielen jedenfalls, um auch noch Statistiken zu den Rauschgiftvorlieben unserer Darsteller zu erstellen, fehlt uns geplagten Blogredakteur*innen die Zeit) und lässt ihn einfach nicht mehr los. Daher ist er auch, noch bevor der Kokainrausch überhaupt beendet war, direkt wieder topmotiviert zum Casting gestiefelt und hat bei jenem trotz ellenlanger Kokainprobe am selbigen Tag (die nach seinen Worten nicht annähernd so angenehm war wie eine Weinprobe) derart überzeugt, dass er jetzt mal eben Seine Majestät König Ignaz spielen darf. Vom Suchti zum Herrscher in nur drei Monaten, der Mann lebt den American Dream.

Aber für alles unter dem Hochadel wäre der gute Pete sich vermutlich auch ohnehin zu schade gewesen. Ist nämlich sehr von sich selbst eingenommen, der Gute. An keiner noch so leicht reflektierenden Oberfläche kann er vorbeigehen ohne innezuhalten und seinen Astralkörper von allen Seiten ausgiebig zu beäugen. Egal, ob er wegen seiner Fleischbeschau am eigenen Leibe dann seinen Zug verpasst, Eingänge blockiert oder von herabfallenden Klavieren getroffen wird: Das Spiegelbild geht immer vor. Also wehe, beim Theaterbesuch nächste Woche trägt jemand reflektierende Sonnenbrillen, dann war's das nänlich mit unserer Vorstellung und wir können uns erstmal auf sehr viel Warterei einstellen.
Diese enorme Eitelkeit Eurer Majestät könnte nun leider noch verstärkt werden, ist uns doch zu Ohren gekommen, dass nur Sekunden nach Veröffentlichung unserer wunderhübschen Darstellerfotos der Bruchwerk-E-mail-Eingang überquoll vor Kontaktanfragen an den hohen Herren Ewert. Weitergeleitet haben wir noch keine davon, im Dienste der Demut.

Außerdem können wir die auf Antwort wartende Fangemeinde auf diese Weise aushungern und werden auch noch die letzten Karten los. Seid also schnell, bevor mit den Füßen scharrende Hengste und Stuten der Liebe euch die besten Plätze wegschnappen!