Vom Winde verweht - der schonungslose Shootingreport

TollMut-Ultras wissen: Das Fotoshooting für unsere Produktion ist stets ein Highlight in der Probenzeit. Ob wir nun Regenwürmer ("Macbeth") auf den Gesichtern der Darsteller*innen aussetzen oder ihr Antlitz mit Angelschnüren zu einem Rollbraten verknoten ("Haus Herzenstod"), schöne Erinnerungen kommen für unsere Zuschauer immer dabei heraus. Unschöne Traumata zwar für unsere Darsteller, aber wo gehobelt wird, meine Damen und Herren, da haben gefälligst auch Späne zu fallen. Blog-Neuzugang und Yvonnesemble-Mitglied Nika "Zh" (Nachname immer noch unter Verschluss) hat das letzte Shooting am eigenen Leib erlebt und schreibt sich nachfolgend den Kummer von der Brust. Denn Reden, behaupten die Psychologen, das hilft:

Bei jeder Produktion bescheren die tollMut-PR-Fachleute dem geneigten Zuschauer die vielleicht nicht immer (im klassischen Sinne) schönsten, aber immer doch werbewirksamen Fotos, deren Entstehung sich die Foltermeister in den sieben Niederhöllen nicht besser ausdenken könnten. Für "Yvonne" ist das natürlich nicht anders. Dieses Mal hat unsere Muse das verantwortliche PR Team um Charlin Lüttger und Pierre Stoltenfeldt aber nicht nur geküsst, sie hat sogar - haltet den Kindern die Ohren zu - geblasen!
Am frühen Nachmittag des 01.06.19 wurde die Pforte des Bruchwerk-Theaters zum Aufbau eröffnet. Luftballons wurden dort fachlich versiert mit Panzertape an Wänden und einem kostengünstigen Fetzen Textil fixiert. Entstehende Farbwelt: Barbierosa, Altrosa, Babyrosa, Einhornrosa und Fassadenweiß nach 15 Jahren im Dauerregen (auf Amazon euphemistisch als "edles Elfenbein" feilgeboten) - Das gesamte Ensemble möglicher Wandfarben im Kinderzimmer vierjähriger Prinzessinnen wurde da also ballongeworden mit einem #FA5882-farbigen Stoff vermählt und schon stand der Hintergrund für ein Shooting, bei dem den Darstellenden die Gesichtszüge nicht (nur) wegen der Farbwahl entgleisen sollten.

Phase 2 wurde am nächsten Tag eingeleitet. Die ersten fleißigen Handwerkerlein stießen gewohnt verspätet und gewohnt unausgeschlafen zur Hin...äh...Herrichtung der Bräute. Diese Damen (und Peter N. Ewert) wurden von den Insomniösen fachkräftig frisiert, geschminkt, in Brautkleider geschnürt und zuletzt mit Perlen und Blümchen dekoriert, ganz wie in einem Märchen. Wie das Dornröschen höchstpersönlich kam man sich da beim Blick in den Spiegel vor (ein riesiges Danke an dieser Stelle an die Zauberer von der Maske). „Die Fotos werden so toll aussehen!“, hauchte eine jede dieser Märchenprinzessinnen (und Peter N. Ewert) und Freudentränen zogen helle Bahnen in zentimeterdicke Foundationschichten. Wäre Gandalf anwesend gewesen, er hätte den Gerührten an dieser Stelle “Flieht, ihr Narren!” geraten.
Doch da hatte das Elend schon seinen Lauf genommen: Jede Braut (und Peter N. Ewert) bekam einen wunderschönen Blumenstrauß in die eine und die väterliche Flosse von Foltermeister Pierre Stoltenfeldt in die andere Hand, um zu den sphärischen Klängen der "Greatest Wedding Hits"-Youtube Playlist zum Altar geführt zu werden. Freudig erregt stöckelte man vor den Mädchentraum von einem Hintergrund, lächelte in Hausfotograf Bernd Dreselers Kamera und wunderte sich noch kurz, was das denn für ein bedrohliches graues Rohr sein möge, das die feuchten Augen da plötzlich wenige Zentimeter vor dem rosigen Gesicht erblickten, uuuund...

BOOM. DAS LAUBGEBLÄSE WURDE ANGESCHALTET. DIE SCHWERKRAFT GING IN DEN TILT UND NAHM DIE HAUT GLEICH MIT. DIE WANGEN SCHLACKERTEN WIE BEI EINEM BERNER SENNENHUND, DURCH HILFLOS FLACKERNDE LIDER BLENDETE GARSTIG DER KAMERABLITZ, SABBERFÄDEN FLOGEN DURCH DAS GANZE THEATER UND DIE ZUSCHAUER LACHTEN. Nur die Bräute (und Peter N. Ewert), die lachten nicht. Was war passiert? War man am Ende unbemerkt auf dem Weg zum Theater überfahren worden und dies war sie, die Hölle? 
Nachdem auch bei der letzten Darstellerin (und Peter N. Ewert) die schillernde Seifenblase der Hoffnung auf ein anrührendes Brautfoto geplatzt (eigentlich: mit Windstärke 12 weggefegt) worden war, wurde Phase 3 eingeleitet. Die Darsteller wurden zum Therapeuten gefahren und im Bruchwerk begann die Beweisvernichtung. Die Ballons wurden mit schallenden Bösewicht-Gelächter zum Platzen gebracht, der #FA5882-farbene Stoff von der Wand gerissen, Speicheltümpel vom Boden, den Fensterscheiben und Fassaden umliegender Häuser geschrubbt und mitsamt den Lumpen in einer gusseisernen Tonne verbrannt. Okay, zugegeben, sie wurden nicht verbrannt, klang aber so schön reißerisch.

Übrigens haben Sebastian Eggert und Valentin Rocke ihre Bürgerpflicht vernachlässigt und keinerlei Zivilcourage bewiesen, als sie das (in Wahrheit übrigens eigentlich sehr spaßige) Elend der Darstellenden nicht beendet, sondern sogar noch gefilmt haben! Hier deren Eindrücke:

Die Ergebnisse des Shootings findet ihr auf unserer "Yvonne"-Stückseite. Froonck wäre stolz!