PRESSE, Gießener Allgemeine.
(...) Anweisungen bestimmen unseren Alltag. Ob im Privaten oder im Berufsalltag, ob in der Schule oder in der Familie: Meist sagt einer dem anderen, was zu tun ist. Mancher gehorcht bereitwillig, ein anderer leistet Widerstand (...). Diesem Geflecht von zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Prozessen geht das Brachland-Emsemble in seiner Performance nach. Es geht um Anweisungen von Eltern oder Ämtern, selbstauferlegte Gesetze und Anweisungsstrukturen und Bevormundungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Leben – eben das, was wir alle als Päckchen mit uns herumtragen. (...)
(Karola Schepp)

“Schonungslose und beängstigende Performance über die Mechanismen der Hörigkeit und des Widerstandes."

Ausgangspunkt für die Performance „Diktat“ ist die Beobachtung weit verbreiteter Anweisungsstrukturen und Bevormundungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Leben. Das Brachland-Ensemble sammelte zunächst Imperative in ihrer Umgebung: in Erinnerungen an ihre Eltern, im Kindergarten, in der Schule, auf Ämtern, im Internet, als auch im Zwischenmenschlichen und ergänzten das dadurch entstandene Textmaterial durch weitere fiktive Anweisungen zu einer schier endllosen Liste, die den Anfang bildet.

Im Laufe der Performance wird die Lust am Befehlen und das Selbstverständliche der Hörigkeit mit einer simplen Theaterübung zugespitzt: A gibt B Befehle, die B umgehend ausführt. Wann hört das theatrale Spiel auf und beginnt eine vielleicht reale Demütigung?

Der Abend zeigt durch perfide Machtspiele die Abgründe des menschlichen Gehorchens und Gebietens.Dabei nehmen die Performer das Publikum auf eine Weise mit auf die Reise, die unter die Haut geht.

 

Team

Mit: Irina Ries und Milan Pešl
Konzept und Regie: Gunnar Seidel und Dominik Breuer

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