»Es war Eva, die als Erste eine Sünde aß«
- Megan Campisi
Wie entsteht ein Tanztheaterstück über Hexen? Am Anfang stand kein fertiges Konzept, sondern eine gemeinsame Recherche: Ein Jahr lang hat sich die Tanzwerkstatt in Texte, Zeugnisse, wissenschaftliche Perspektiven, Folklore und Demoreden rund um den Begriff Hexe vertieft. Aus diesem vielstimmigen Material ist Schritt für Schritt ein Bühnenstück gewachsen – das Fragen stellt, statt Antworten vorzugeben.
Wer sich mit Hexen beschäftigt, stößt unweigerlich auf patriarchale Gewalt. Die Geschichte der Hexenverfolgung ist eine Geschichte von Kontrolle, Angst vor weiblicher Selbstbestimmung und systematischer Unterdrückung. Diese beiden Themen lassen sich nicht voneinander trennen – sie sind unauflöslich miteinander verwoben. Aus dieser Erkenntnis entstand der Wunsch, Tanztheater als eine Form von Dokumentartheater zu denken: Körper als Archive, Bewegung als Zeug*innenschaft, Tanz als Raum der Auseinandersetzung.
Wie lassen sich wissenschaftliche Texte vertanzen? Wie klingen Zeugnisse im Körper? Wie reagiert der Körper auf gewaltvolle Sprache, auf politische Reden, auf jahrhundertealte Mythen?
Gleichzeitig stellt sich die Gruppe eine sehr persönliche Frage: Wie geht es uns – hier und heute – mit der weiterhin existierenden Gewalt ausgehend von Männern? Was bedeutet der Begriff Hexe in unserer Gegenwart? Kann man sich die Hexe zurück in den eigenen Körper holen, ohne all den Schmerz mitzunehmen, der mit ihr verbunden ist?Auf der Bühne stehen fünfzehn Frauen. Gemeinsam bewegen sie sich zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Wut und Verletzlichkeit, zwischen Ritual und Widerstand. Am Ende bleibt eine offene, unbequeme Frage: Ist Selbstermächtigung vielleicht auch…?
SCHREI DER HEXE ist eine körperliche Recherche, ein Aufschrei und eine Einladung, hinzuhören.
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DAS NEUE PROJEKT DER THEATERWERKSTATT WIRD ERMÖGLICHT DURCH