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PRESSEMITTEILUNG

Bruchwerk Theater präsentiert Umzugspläne und neue künstlerische Vision vor vollem Haus

Siegen, 9. April 2026. Das Bruchwerk Theater stellte am heutigen Donnerstag im Rahmen einer öffentlichen Präsentation seine Pläne für den Standortwechsel und die zukünftige künstlerische Ausrichtung vor. Das neue Domizil in der Siegbergstraße 1 war bis auf den letzten Platz gefüllt. In einem niederschwelligen Format, das neben Vertretern aus Presse und Politik ausdrücklich auch für die gesamte Bürgerschaft offen stand, betonte Theaterleiter Milan Pešl den Wert des neuen Ortes als Raum für Gemeinschaft und gesellschaftliche Teilhabe. Die Veranstaltung bot Raum für offenen Austausch in einer Atmosphäre, die bewusst auf klassische Barrieren verzichtete.

Die politische Bedeutung des Projekts wurde durch die Anwesenheit von Bürgermeister Tristan Vitt und Landrat Andreas Müller unterstrichen.

Bürgermeister Tristan Vitt hat das Bruchwerk Theater als mutigen und unverzichtbaren Akteur der freien Szene in Siegen gewürdigt. In seiner Ansprache hob er hervor, dass der Umzug an den neuen Standort nicht nur einen räumlichen, sondern einen entscheidenden inhaltlichen Entwicklungsschritt darstellt, der neue künstlerische Formate und eine stärkere Sichtbarkeit ermöglicht. Um diese Entwicklung langfristig abzusichern, gewährt die Stadt Siegen neben einer einmaligen Bezuschussung des Umzugs eine kontinuierliche jährliche Förderung in Höhe von 80.000 Euro, die bis zum Jahr 2028 fest zugesichert ist. Dieser finanzielle Rückhalt soll das Bruchwerk dauerhaft als Ort für gesellschaftlichen Diskurs und zeitgenössische Kunst in der Stadtgesellschaft verankern.

Landrat Andreas Müller würdigte das Bruchwerk Theater in seiner Ansprache als einen unverzichtbaren „regionalen Kulturmotor“ und die einzige professionelle Bühne für Gegenwartsschauspiel in Südwestfalen. Den bevorstehenden Umzug bezeichnete er als einen entscheidenden Sprung nach vorn, der neue Räume und Möglichkeiten für eine stabile Zukunft des Theaters biete. Andreas Müller skizzierte ebenfalls differenziert die aktuelle politische Entscheidung: Während er sich persönlich eine festgeschriebene Förderung bis 2028 gewünscht hätte, sicherte die Mehrheit des Kreistags die Unterstützung zunächst für die Jahre 2026 und 2027 zu. Er betonte, dass es kaum Zweifel an der Relevanz des Hauses gebe und eine breite politische Mehrheit hinter dem Projekt stehe. Dennoch gäbe es Uneinigkeit in Bezug auf die zukünftige Förderstrategie. Ziel ist es, die kommunale Unterstützung optimal mit Fördermodellen des Landes Nordrhein Westfalen zu verzahnen, die sich aktuell in der Ausarbeitung befinden. Müller kündigte zudem an, über das Kultur!Büro. nach weiteren Unterstützungswegen für den Umzug zu suchen.

Ein zentraler Bestandteil der Realisierung des neuen Spielortes ist die Kooperation mit dem Studiengang Architektur unter der Leitung von Jan Kampshoff. Diese Zusammenarbeit stellt eine wertvolle Unterstützung bei der Konzeption und Umsetzung des Publikumsbereiches dar. Durch gezielte räumliche Eingriffe im Sinne einer Supportstruktur wird die Atmosphäre des Bestandsgebäudes aktiviert, um funktionale Anforderungen eines modernen Theaterbetriebs mit kollektiven Prozessen zu vereinen.

Um die Arbeit des Hauses nachhaltig auf ein breites Fundament zu stellen, präsentierten Laila Mahmood und Victoria Baumann den neu gegründeten Förderverein des Bruchwerk Theaters. Sie warben leidenschaftlich für eine Mitgliedschaft, die bereits ab einem Euro monatlich möglich ist und somit jedem Fan der Kultur eine Teilhabe erlaubt.

Teresa Pešl, Bühnen- und Kostümbildnerin des Bruchwerk Theaters, vertiefte in ihrem Redebeitrag das Thema Gemeinschaft und beleuchtete die soziale Dimension der neuen Spielstätte. Sie beschrieb das Theater als einen Ort, an dem durch das Zusammenspiel von Architektur und Gastronomie – insbesondere durch das geplante Café – ein lebendiger Treffpunkt entsteht. In ihren Ausführungen nahm sie direkten Bezug auf die anwesenden Gäste und Partner, um zu verdeutlichen, dass das neue Haus nur durch das aktive Miteinander aller Beteiligten funktionieren kann. Gemeinschaft ist für das Bruchwerk demnach kein abstrakter Begriff, sondern die gelebte Grundlage für den kreativen und gesellschaftlichen Austausch im Quartier.

Im Anschluss sprach Michael Messal, Finanzkirchmeister und Vorsitzender der Gemeindestiftung Martini über die Wichtigkeit, das Gebäude auch in Zukunft als gesellschaftlichen Treffpunkt zu nutzen. Es sei ein zentrales Anliegen der Gemeinde, dass die Begegnungsformate im Sinne der sozialen Identität des Hauses erhalten bleiben. Auf Nachfrage zur Situation der bisherigen Nutzergruppen versicherte er, dass für alle ein geeigneter Ersatz gefunden wird. Besonders die Fortführung des Mittagstisches habe oberste Priorität, wozu sich die Gemeinde bereits in einem intensiven Austausch mit möglichen neuen Standorten befinde.

Unter dem Leitmotiv AUFS NEUE etabliert das Haus ein Konzept, das das Bruchwerk Theater als zentralen Knotenpunkt für originäres Gegenwartstheater in der Region festigt. Das Projekt schließt eine strukturelle Lücke im regionalen Kulturangebot, indem es lokale Identität mit überregionaler künstlerischer Exzellenz verknüpft. Die inhaltliche Arbeit ruht dabei auf drei Säulen: einer auf lokaler Recherche basierenden Eigenproduktion, einem Residenzprojekt für Theaterkollektive aus Nordrhein-Westfalen sowie einem eigenen Festival für Gegenwartstheater und Performance.

Die Finanzierung dieses ambitionierten Umzugsprojekts stützt sich auf ein solides Fundament aus verschiedenen Quellen. Dazu wurden bereits Bezuschussungen von Seiten der Stadt Siegen und dem treuen Sponsor Sparkasse Siegen zugesichert. Rund 35.000 Euro den benötigten 45.000€ konnten so schon akquiriert werden. Ergänzt wird diese Finanzierung durch die Unterstützung lokaler Partner, dem Einsatz von Eigenmitteln sowie dem Förderverein und über einen Aufruf an die Bürgerschaft den Prozess zu unterstützen, um die Zukunftsfähigkeit der Spielstätte dauerhaft zu sichern.

Ein besonderer Event diesbezüglich ist das Vorstellung am Erfahrungsfeld Schön und Gut im kommenden Sommer. Diese ist für alle Besucher kostenlos und zeigt das Stück JEEPS. Die Veranstaltung soll zugleich Gesprächsforum für den bestehenden Umzug sein und für den Förderverein werben.

Zentrale Termine und zukünftige Höhepunkte des Programms:

  • Kostenloses Event und Gastspiel JEEPS am Erfahrungsfeld Schön und Gut im Sommer 2026
  • Eröffnungspremiere der Produktion JEEPS von Nora Abdel Maksoud am 14. November
  • Tanzwerkstatt mit der Aufführung DER SCHREI DER HEXE am 28. November
  • Theaterwerkstatt zur Inszenierung ZWEI HERREN VON REAL MADRID am 16. Mai
  • Projekt der Theaterwerkstatt WAND OH WAND im ersten Halbjahr 2027
  • Start des Residenzprojekts für ein in Nordrhein Westfalen ansässiges Kollektiv im Jahr 2027
  • Erstes Siegener Theaterfestival für Gegenwartsdramatik im Jahr 2028

Abschließend rückte nochmal das Thema Gemeinschaft in den Fokus der Präsentation. Das Bruchwerk Theater versteht sich nicht nur als Spielstätte, sondern als lebendiger Organismus und Mutmacher für die gesamte Stadtgesellschaft. In einer Zeit des Wandels schafft das Haus einen Ort der Solidarität, an dem Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammenkommen und gemeinsam Visionen entwickeln können. Dieser Geist der Gemeinschaft ist der eigentliche Motor des Umzugs und das Versprechen für eine lebendige kulturelle Zukunft in Siegen. Durch das Zusammenwirken von Kunst, Politik und Bürgerschaft entsteht hier ein kraftvolles Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die regionale und überregionale Presse hat über die Zukunfts- und Pressekonferenz berichtet.